„Bernsteinfarben und süffig“

Junge Hobbybrauer halten einen alten Brauch am Leben

Mi, 13. Mär. 2019

Bierbrauen liegt voll im Trend. Das zeigt sich mehrmals im Jahr in Rossach. Dort setzen nämlich junge Leute eine jahrhunderte alte Tradition fort und brauen im historischen Brauhaus ein dunkles Landbier.

"Es steckt viel Arbeit dahinter, wir müssen Holz schleppen, wir müssen noch anfeuern, wir sind tagelang beschäftigt, um eigentlich eine kleine Menge zu produzieren.

Es steckt einfach in dem Ganzen sehr viel Herzblut drin, was man dann auch unter dem Strich schmeckt."

Bis zu fünfmal im Jahr lebt im Großheirather Gemeindeteil Rossach eine alte Tradition auf: Im historischen Brauhaus wird nach alt überlieferter Rezeptur ein schmackhaftes Bier gebraut. Seit einigen Jahren stellt ein junges Team den Gerstensaft her.

Sebastian Fellisch - Rossacher Brauer
„Wir haben das 2015 übernommen vom Klaus, das haben vorher nur Rentner gemacht und es hat sich dann keiner gefunden und wir sind dann durch Zufall darauf gekommen.“

Fellisch wollte den Brauch nicht einschlafen lassen, suchte nach Gleichgesinnten und hat diese gefunden:
Seit dem frühen Morgen sind heute vier Männer mit dem Brauen beschäftigt. Und sie wissen, worauf es ankommt:

Christian Ender - Chefbrauer
„Ein gutes Bier bedeutet halt im Endeffekt, gute Zutaten zu verwenden. Ruhe und Zeit bei der Zubereitung, also die Temperaturen einhalten und die Zeiten. Und das Wichtigste ist einfach die Sauberkeit dabei.“

Die Rossacher stellen ihr Bier in Handarbeit her - fast so wie es vor 300 Hundert Jahren üblich war. Das Brauhaus wurde im Jahr 1711 errichtet und seitdem wird das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben. Die Jüngeren lernen von den Älteren.

Sebastian Fellisch - Hobbybrauer
„Wir haben uns das Angeguckt, mitgemacht und gelernt. Dann irgendwann kann man das. Das ist wie Kochen.“

Ein Besuch im Brauhaus, das ist wie ein Sprung in eine längst vergangene Zeit: Die Brauer arbeiten mit alten Geräten, mit Muskelkraft und Leidenschaft. Sie verbinden aber auch das Alte mit dem Modernen.

Christian Ender - Rossacher Bierbrauer
„Das bedeutet quasi, das hauptsächliche Bierbrauen wird weiterhin mit den alten Maschinen gemacht mit Transmissionsantrieb, Holzfeuer. Nur halt im Bereich der Gärung wird auf Edelstahl gesetzt mit modernen Reinigungsmittel.“

Am späten Nachmittag sind die Rossacher Brauer mit dem Brauen fertig. Das Bier muss jetzt noch ruhen und dabei reifen, bis es sein volles Aroma hat. Übrigens: Das Hausgebraute kann jeder genießen.

Sebastian Fellisch - Bierbrauer
„Es kann jeder anrufen. Ich nehme die in eine Liste auf und dann kann er das Jungbier zu sich holen und zuhause im eigenen Bierkeller dann reifen lassen und nach acht Wochen genießen.“

Egal ob ein Seidla oder 20 Hektoliter - die Rossacher freuen sich über alle Abnehmer- denn ohne die würde es die Braukultur so nicht mehr geben.

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