Therapiehunde mit Herz

Die Vierbeiner des Coburger Sozialdienst

Wed, 3. Nov. 2021

Wer einen Hund besitzt, der weiß: Die Vierbeiner reduzieren Stress - deshalb setzt der Coburger Sozialdienst seit 2008 Hunde zur Therapie ein. Da steckt viel Training mit den Vierbeinern dahinter. Der Verein lebt von Spenden. Du möchtest helfen? Kontakt: coburger-sozialdienst@t-online.de

Das ist Lina.
Sie und ihr Bruder Willi sind keine gewöhnlichen Hunde.

Die Irish Red Setter sind erst 14 Wochen alt, werden aber bereits zu therapiebegleitenden Hunden ausgebildet.

Beim Coburger Sozialdienst kommen seit 2008 auch Tiere zum Einsatz, da sich die sogenannte tiergeschützte Therapie positiv auf die Menschen auswirkt und Stress reduziert.

Ruth Schneider - Geschäftsführerin Coburger Sozialdienst e.V.
„Also sie haben eine ganz andere Ebene, Menschen zu erreichen. Und das ist ein probates Mittel, weil ja vieles allein über Kontakt geht. Sie erkennen nicht ob jemand groß, klein oder behindert ist. Sondern sie nehmen die Menschen so wie sie sind und holen sie da auch ab.“

Derzeit sind zehn Hunde im Einsatz. Sie werden spielerisch auf bestimmte Situationen verbreitet und auch an Hilfsmittel wie Krücken oder Rollstühle von Anfang gewöhnt.
Das Team des Sozialdienstes kennt die Stärken der Vierbeiner genau. Was Hannes gut kann, ist offensichtlich.

Annette Könner - 2. Vorstand Coburger Sozialdienst e.V.
„Wir bereiten sie auf das Leben in der Gruppe vor. Wir nehmen sie also in die Stadt mit, wir machen verschiedene Trainings zum Beispiel mit Rollstuhl mit Krücken. Wir besuchen Kinder, wir besuchen Senioren.
Sie müssen gehorsam sein, sie müssen von Anfang an lernen, relativ gut an der Leine zu laufen. Sie müssen die Unterordnung wie Sitz, später dann auch Platz beherrschen. Sie werden mit allen Reizen konfrontiert.“

Eine Therapie mit den Fellnasen dauert circa 20 Minuten. Für die Hunde ist das anstrengend, sie müssen das Erlebte verarbeiten, deswegen werden sie nicht täglich eingesetzt.

Ein Erlebnis ist Geschäftsführerin Ruth Schneider ganz besonders im Gedächtnis geblieben: Eine ältere Dame wurde nach 20 Jahren aus der geschlossenen Abteilung entlassen und war zu keinerlei Kommunikation und Aufnahme fähig:

Ruth Schneider - Geschäftsführerin Coburger Sozialdienst e.V.
„Die haben wir in eine Gruppe mit hineingesetzt und haben erstmal versucht, sie da zu integrieren, was schwierig war. Dann hatten wir einen Hund dabei durch Zufall, der lief mit herum. Er setzte sich vor die Dame und hat sie fixiert im ersten Moment, hat sich mit hingesetzt und hat sich angelehnt. Und ich denke im Laufe von vier, fünf Tagen fing sie nach 20 Jahren das Sprechen an.“

Ein Beispiel, das besonders deutlich zeigt: Die kleinen Helfer des Coburger Sozialdienstes sind eine wahre Bereicherung für Patienten – egal ob für Jung oder Alt.

Da der Verein ehrenamtlich ist, lebt er ausschließlich von Spenden. Wer auch unterstützen möchte, kann sich jederzeit beim Coburger Sozialdienst melden.
Kontakt unter www.coburger-sozialdienst.de

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird natürlich niemals veröffentlicht!

Weitere Beiträge