Nah am Menschen

Professor Dr. med. Johannes Kraft im Porträt

Di, 3. Mär. 2020

Professor Dr. Johannes Kraft plädiert für eine menschliche und individuelle Medizin. Wir haben den Chefarzt der Geriatrie -und Palliativstation in den REGIOMED Kliniken besucht und starten damit unsere neue Reihe „Macher.“

Im Jahr 1546 hat Lucas Cranach hat das Bild gemalt. Es zeigt den Wunsch nach ewiger Jugend, die es aber nicht gibt. Das Bild mit dem Titel Jungbrunnen ist in der Palliativstation der REGIOMED Kliniken in Coburg zu sehen. Dort werden Menschen in ihrer letzten Lebensphase betreut. Professor Dr. Johannes Kraft leitet die Abteilung, Arzt ist er aus Überzeugung geworden.

Professor Dr. med. Johannes Kraft 
„Ich wollte dann Arzt werden, weil ich wusste, das liegt mir am meisten, weil ich sehr gerne mit Menschen zu tun habe und mich auch dieses große Fach Medizin immer sehr interessiert hat. Und vor allem das Hauptmotiv ist natürlich, wie für jeden anderen Arzt auch, ich wollte halt Menschen helfen, sie unterstützen und durch Fachwissen ihnen zu mehr Lebensqualität verhelfen.“

Seit einigen Jahren widmet sich Professor Kraft besonders den betagten Menschen. So hat er im Jahr 1996 die Geriatrie aufgebaut, eine der ersten Einrichtungen deutschlandweit, bekannt als das Coburger Modell. Mittlerweile ist ein Zentrum für Altersmedizin entstanden, das den ambulanten Bereich der Geriatrie, Rehabilitation und den stationären Bereich der Palliativmedizin umfasst.

Professor Dr. med. Johannes Kraft
„Und dann habe ich mich umgeschaut Mitte der 90er Jahre und habe mich gefragt, was wird denn in Zukunft besonders gebraucht. Da ist mir aufgefallen, dass gerade Menschen mit chronischen Krankheiten und auch die, die nicht alle geheilt werden können, dass da ein ganz besonderer Bedarf entsteht, weil wir Ärzte heilen natürlich sehr gerne, aber wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir die nicht vergessen, die nicht ganz geheilt werden können.“

In der Palliativstation des Klinikums leben Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Das Ziel ist es die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Professor Dr. med. Johannes Kraft
„Und dann freuen sich die Patienten, ihr Umfeld und mir mit ihnen, wenn wir dann zum Beispiel das erreichen können, dass sie wieder beweglich sind, dass sie wieder nachhause können, dass sie sich in ihren Umfeld, und das können manchmal die zwei Stufen in ihren eigenen Garten sein oder auf ihren eigenen Balkon, wo sie ihre Blumen dann gießen und ihren eigenen Kaffee wieder machen und das mit möglichst wenig externer Hilfe, trotz Krankheiten, trotz Palliativmedizin, trotz sehr schwerer Krankheiten, die dann das Lebensende in Sicht kommen lassen, aber das heißt ja nicht, dass man da nicht deswegen leben kann.“

Auch deshalb wünscht sich Professor Kraft eine Medizin, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Patienten orientiert.

Professor Dr. med. Johannes Kraft
„Ich glaube, wir brauchen eine sprechende und eine zuhörende Medizin, viel stärker, als das bis jetzt möglich ist. Die Menschen möchten individuell angehört werden, was ihre Wünsche sind und beraten werden und nicht allein gelassen werden. Ich plädiere halt für eine Medizin, die individualisiert ist, die am einzelnen Menschen ist und die ihn auch nicht alleine lässt.“

Und dass bis zum letzten Atemzug.

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